Dort bläst er – Wal in Sicht !

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Stammabend 6. März 2013

events-2013-03-06Mit dem Blas eines Wals wurden wir auf ein spannendes, ernstes und faszinierendes Thema eingestimmt. Sylvia Frey von der Organisation Ocean Care, welche 1989 mit dem Ziel gegründet wurde, die Meeressäuger und ihren Lebensraum zu schützen, leitete den RG Stammabend. Gleich zu Beginn erklärt sie uns, dass unter Meeressäugern nicht nur Wale und Delphine, sondern auch Robben, Seekühe, Eisbären und Otter zu verstehen sind.

Über 70 % unseres Planeten sind von den Weltmeeren bedeckt; die Ozeane sind die Basis unseres Lebens. Durch die Tiefe bis weit über 10’000m ist dies der grösste Lebensraum auf Erden. Alle Meeressäuger leben im und vom Meer, also ist es ihre Lebensgrundlage.
Die Nahrungsketten sowohl im Meer wie auch an Land sind zu Beginn pflanzlich. Am Anfang stehen immer einzellige Lebewesen, welche im Meer als Plankton den meisten Sauerstoff unseres Planeten produzieren. Zu dieser freischwebenden Lebewelt zählen aber auch die Larven von Seeigeln oder Muscheln.

Zu der Gruppe Wale, von denen heute 86 Arten bekannt sind und die vom riesigen Blauwal bis zum kleinen Schweinswal alle Grössen einschliesst gehören auch die Delphine oder Orcas. Pottwale können 45 Minuten lang und bis 3’000 Meter tief tauchen. In dieser Tiefe suchen sie nach Nahrung, denn Pottwale fressen gerne bis 8 m lange Tintenfische, welche in dieser Tiefe leben. Indem sie eine Art Drüse im Kopf mit Wasser fluten, tauchen die Pottwale wie ein „Stein“ in diese Tiefe ab und beim Auftauchen pressen sie durch Körperwärme dieses Wasser wieder raus und gewinnen so schnell an Höhe. Der wichtigste Sinn der Meeressäuger ist ihr Sonar oder Echolot. Damit orientieren sie sich und finden ihre Beute. Wusstest Du, dass Wale auch in unseren nahen Meeren wie Mittelmeer, Nord- und Ostsee vorkommen?
Die Lebewesen der Tiefsee sind nicht „schön“, sie haben meist grosse Augen und Zähne, doch wenn es ja immer Nacht ist, braucht man ja nicht „schön“ zu sein. Viele davon leuchten farbig und locken so ihre Beute an. Die grossen Raubfische haben meist einen hellen Bauch und einen dunklen Rücken. So werden diese Räuber von den Fischen überhaupt nicht, oder zu spät erkannt.
Alle Säugetiere säugen ihre Jungen und haben Eigenwärme, welche sie dank Bewegung oder einer dicken Fettschicht und mit viel Fressen behalten! Wichtig zu wissen ist, dass sie ohne eine minimale Wärme auskühlen und sterben würden. Im Gegensatz dazu passen die Fische ihre Körperwärme der Wassertemperatur an und atmen durch Kiemen. Deswegen müssen sie zum Atmen nicht auftauchen. Zu den grössten Jägern der Meere gehört der Orca und der weisse Hai.
Doch leider sind die Meeressäuger zahlreichen Gefahren ausgesetzt: die Verschmutzung der Ozeane, Unterwasserlärm, Beifang und Überfischung, Kollisionen und zu guter Letzt auch der Klimawandel. Im ligurischen Meer sind vor allem die schnellen Schiffe, welche mit über 15 km daher brettern, eine Gefahr für die Wale. Eine etwas reduzierte Geschwindigkeit könnte in diesen Zonen viele Kollisionen verhindern. In Norwegen oder Japan werden Delfine und Grindwale immer noch aus „Freude“ abgeschlachtet. Mit diesem „Vergnügen“ werden die Bestände stark dezimiert – hoffentlich hört das bald auf. Der Klimawandel führt durch veränderte Wassertemperaturen dazu, dass Säuger an Orten beobachtet werden, wo sie noch vor wenigen Jahren nicht zu sehen waren. Sorgen macht auch die Überfischung der Meere und vor allem der Beifang, welcher bis zu 70% eines Fanges ausmachen kann. Das heisst, 30% wird verarbeitet, während der Rest meist tot zurück ins Meer geworfen wird. Eine weitere Gefahr für die Wale stellt der Lärm unter Wasser dar. Da dieser mit dem Sonarsystem der Wale interferiert, kann er zur Desorientierung und damit zum Stranden führen. Auch das Aufspüren der Nahrung wird gestört.
Ein ganz grosses Problem für die Meere und die Nahrungskette ist das Einleiten von Abfall, hier vor allem Plastik. Pro Stunde landen ungefähr 580 Tonnen davon im Meer. Vielfach können Säuger und Vögel Nahrung nicht von Plastik unterscheiden. Sie fressen das unverdauliche Plastik und verhungern elend mit vollem Magen. Den grössten Anteil an dieser Verschmutzung hat das vom Land her in die Ozeane eingeleitete Plastik. Mit einem schönen und sehr traurigen Video werden wir in die Realität gerückt. Der Film zeigt in zum Teil schockierenden Bildern, wo unser Plastik hinkommt, via Meer in die Mägen der Vögel und der Säuger und irgendwann auf unsern Teller. Helfen wir doch alle mit, dass nicht mehr jede Stunde 580 Tonnen Plastik ins Meer gelangen; Jeder Plastiksack, welcher NICHT ins Meer gelangt, kommt nicht in die Mägen von Vögeln, Säugern oder Fischen. Ocean Care unterstützt diese Arbeit für das Meer und seine Lebewesen. DU und ICH können auch etwas dazu beitragen. Hilf auch DU mit, jeder Plastiksack zählt. Herzlichen Dank für diese Arbeit und einen grossen Applaus für Sylvia Frei und Ocean Care.

Felix Buser, Vice Captain
Besucht: www.oceancare.org und helft mit, unsere Meere zu schützen!