Pflege und Reparaturen von Yachten

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Stammabend 3. Oktober 2012

events-2012-oktober-yachtbauLeider schlug die Ferienzeit bei diesem hoch interessanten Thema unerbittlich zu. Leider nur rund 30 Mitglieder fanden den Weg ins Mittenza.

Niklaus Berger startet mit einer theoretischen Lektion. Anhand eines Sperrholzmusters zeigt er auf, wie die verschiedenen 3 mm dicken Einlagen zu einem Rumpf verleimt werden.

Eigentlich ist es bei Holz und Kunststoff sehr ähnlich, denn es werden immer verschiedene Materialien wie Glasfasermatten, Sandwichkern oder auch Karbon übereinander gelegt und unter Vakuum ohne Lufteinschlüsse, zumeist mit Epoxy, verklebt.

Nach dem Rumpf wird die Bauweise des Teak-Decks erklärt. Es ist wichtig, dass die Platten oder die einzelnen Hölzchen fest mit dem Untergrund verklebt werden. Auch dies wird heute oft im Vakuum- Verfahren realisiert. Heute werden aus Effizienzgründen ganze Platten mit dem Deck verklebt. Eine Unterwanderung oder gar das Eindringen von Wasser in den Bereich der Sandwicheinlagen führt zu grossen Schäden und kann eine Totalsanierung nach wenigen Jahren zur Folge haben. Dies ist eine umfassende und damit auch sehr teure Arbeit.

Das Teak-Deck, sowohl für Schiffe auf unseren Binnenseen oder auf dem Meer pflegt Mann/Frau am besten mit Salzwasser und einer nicht zu harten Bürste. Allenfalls kann ein Teak-Deck auch geölt werden. Dies ist jedoch eine wiederkehrende Aufgabe … Niklaus ist diesbezüglich pragmatisch und meint dazu lapidar, dass es besser sei, das Teak-Deck „naturbelassen“ zu erhalten, dies mit einer Patina, die je nach Ort unterschiedlich grau ausfällt.

Die Pflege des Rumpfes ist auf Grund der vielen Produkte auf dem Markt nicht so einfach . Polituren aus dem Fahrzeugbereich, welche sicher günstiger sind, sollten erst nach einer Saison beurteilt werden . So ist zu testen: Eine Seite wird mit Bootspflegemitteln gepflegt, die andere mit einer „Autopolitur“. Analoge Tests sind möglich mit Nano-Mitteln auf der einen, „klassischen“ Polituren auf der anderen Bootsseite.

Gemäss Referenten sind die Erfahrungen mit den Bootsprodukten besser, weswegen er auch bei diesen bleibt, auch wenn diese etwas kostspieliger sind. Dabei gilt, dass die Qualität nicht immer positiv mit dem Preis korreliert. Nach der Politur ist das Wachsen der Rümpfe, dies bei Kunststoff-, Holz- oder Karbon-Materialien.

Als nächster Teil des Schiffes ist die Technik dran, d.h. die Pflege der Beschläge, Blöcke, Winschen, etc. Hier wird vor der Verwendung des „Allzweckmittels“ WD40 gewarnt. Dieser hinterlässt eine ölige Schicht und greift die Kunststoff- und Gummiteile an … Der schreibende Vice-Captain hat was dazugelernt und wird nun seinen WD40 Spray selektiver einsetzen! Besser ist es, für diese Teile entsprechend konzipierte Pflegemittel zu verwenden, bspw. Teflonsprays oder Produkte des Herstellers Harken.

Nach der Saison ist vor der Saison. Vergiss deshalb bei der Einwinterung nicht den Frostschutz für den Motor, das Entleeren aller Wasserleitungen, das Öffnen aller Schieber und Wasserauslässe, etc. Der Motor ist bei Ein- und Zweikreissystem mit Frostschutz zu füllen. Auch die Polster, Segel und viel anderes Equipment ist adäquat zu lagern. Wer dies richtig macht, spart echt Geld.

Das Unterwasserschiff ist je nach Standort der Yacht mit VC17 oder Antifouling Anstrichen im Frühjahr vor der Einwasserung zu behandeln. Auch bei sich selbst „schleifenden“ Anstrichen ist immer wieder mal die alte Farbe abzuschleifen . Auch hier gilt die Regel, dass es keine Wundermittel gibt, auch wenn nicht wenige auf „Melchfett“ schwören ….

Nach rund 2 Stunden und vielen Fragen mit kompetenten Antworten wurde Niklaus Berger mit einer guten Flasche Wein in Form des Baselbieter Wappens und einem grossen Applaus gedankt.

Vice-Captain Felix Buser