Rituale von der Schiffstaufe bis zur Seebestattung

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Referent: Kurt Nägeli, Segler aus Bern

Der Name Ritual stammt aus der lateinischen Sprache „ritualis“ und bedeutet „feierlich festliche Handlung mit hohem Symbolgehalt, religiös oder spirituell etc“. Das Zeremoniell von Ritualen bezeichnet man als Ritus. Einfache Beispiele von Ritualen sind: Zähneputzen morgens und abends / den Kindern eine Geschichte erzählen oder vorlesen vor den Schlafen.

Zur See gibt es unzählige Rituale:

  • Schiffstaufe mit Flaggen und zerspringender Weinflasche
  • Ankertrunk nach Erreichen des Hafens mit Debriefing
  • Taufe bei Erreichen der 1000 Seemeilen für den Hochseeschein mit Wasser über den Kopf und Aushändigen eines Taufscheins
  • Flaggenparade bei Begegnung mit einem Marineschiff

Alle diese Rituale sind planbar und können vorbereitet werden. Aber der Tod nicht. Er kommt oft plötzlich, etwa bei Unfällen. Leider ist auch oft die Presse früher da als der Bestatter.

Was sind denn nun die Aufgaben des Bestatters?

Das Bestattungsunternehmen muss Mitarbeiter aus verschiedenen Kulturen und Religionen haben, denn die Hauptaufgaben sind in Gesprächen mit den Angehörigen deren Wünsche zu ermöglichen: Kontaktadressen / Aufbewahrungsart und –ort / Art der Bestattung (Urne, Sarg, Wald- oder Seebestattung) / Dekoration beim Aufbahren, Leidzirkulare, Musik bei der Abdankung etc.  All dies hilft der Bestatter organisieren, um das oben erwähnte Ziel zu erreichen.

Naturbestattungen sind gross im Trend.

 

Urne im Fluss
Urne für die See
Meeresübergabe der Urne
Blumenbeet im Meer

Erlaubt ist heute die Bestattung der Asche im Wald oder in Gewässern (von Kanton zu Kanton verschieden). Für die Seebestattung gibt es klare Vorschriften. In Norddeutschland gibt es Bestattungsreedereien, die Seebestattungen anbieten mit Zeremonie und Glocke, wenn die Urne oder die Asche der See übergeben wird. (Es gibt Urnen, die sich im Wasser auflösen und andere, die sich mit Wasser füllen und absinken). Das Ritual spielt bei der Seebestattung eine grosse Rolle: Nicht nur Glockenschläge gehören dazu sondern auch die Verzierung des Absinkortes mit einem Blumenbeet geformt zu einem Herz oder anderen Bild.

In der Schweiz gibt es Gesellschaftsschiffe, die man für Seebestattungen mieten kann.

Im Wasser versenkt dürfen Särge nur im Kriegsfall werden.

Es war spannend, einmal zu erfahren, wie zur See bestattet wird und was erlaubt ist.

Hugo Buser