Spannende Welt der Biber in der Birs

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Unser diesjähriger Süsswassertag fand am 1. Sept. 21 an den Ufern der Birs im Naturschutzgebiet «Reinacher Heide» unter der Führung der Rangerin Géraldine Kurmann zum Thema «Biber» statt. Sie erzählte uns allerlei Spannendes zu diesem Landschaftsgestalter.

1805 wurde der letzte Biber in Baselland geschossen. Die Tiere wurden in der Schweiz ausgerottet, gegessen und wegen dem wunderbaren Fell gejagt. Ab 1960 wurden die Biber in der Schweiz wieder angesiedelt mit Tieren aus Frankreich, Norwegen und Russland.  Heute sind die Biber geschützt, dürfen also nicht ohne Bewilligung gejagt werden. Ebenso stehen ihre Bauten unter Schutz und werden nur in Notfällen weggeräumt, zum Beispiel wenn Grundwasserverschmutzung droht.
Heute leben in Eurasien wieder ca 1.3 Millionen Biber.

Wie kam der Biber überhaupt an die Birs?

  1. Mai 2013: News: «In der Nacht auf den 28. April begehrte ein seltsamer Gast Einlass in den Zoo Basel. Vor dem Haupteingang stand ein Biber. Der Nachtwächter öffnete ihm in der irrigen Annahme, es handle sich um einen Ausreisser, das Tor und der Biber entschwand im Zolli. Wenige Tage darauf entdeckten die Gärtner die ersten Spuren: Eine angenagte Kopfweide, Astdepots und Kratzspuren an Stellen, wo der Biber versucht hatte, unter dem Zaun durchzuschlüpfen.»

Gefunden wurde im Kormoranweiher ein gesundes Biberweibchen, 13 Kilo schwer. Das Tier wurde danach an der Birs ausgesetzt. Was man damals nicht wusste: Auch ein Männchen lebte schon an der Birs. Jedenfalls vergnügte sich ein Jahr später eine ganze Familie mit 2 Jungtieren an den Ufern. Sie erstellten einige Bauten und fällten natürlich Bäume, so dass gewisse seltene Arten wie die Schwarzpappel mit einem Schutzzaun umgeben werden mussten.

Pro Jahr haben die Biber 2 bis 3 Junge, die 2 Jahre bei den Eltern bleiben und danach sich ein eigenes Revier suchen müssen. Durchschnittlich wird ein Biber 8 Jahre alt in der Freiheit – in Gefangenschaft bis 35. Ausgewachsen bringen sie 20 bis 25 kg auf die Waage und werden 135 cm lang, wobei der Schwanzanteil 35 cm ausmacht. Die Hinterfüsse sind mit Schwimmhäuten versehen. Gefressen werden Blätter und Rinde. Das rindenlose Holz wird für den Bau weiterverwendet. – Biber benutzen immer die gleiche «Strasse» an Land, darum bildet sich mit der Zeit eine tiefe Furche als hätte man diese Vertiefung künstlich gebaut.

Da wir leider keinen Biber zu Gesicht bekamen, hat Frau Kurmann einige interessante Dinge mitgebracht: Ein Gebiss (gut zu sehen die 2 oberen und 2 unteren Nagezähne, die nachwachsen), ein Fell mit den Füssen und dem Schwanz, abgefressenes rindenloses Holz, diverse Bilder u.a. mit der Darstellung der Grösse des Bibers. 

Nach anderthalb Stunden Wanderung der Birs entlang auf dem Biberpfad, den spannenden Erzählungen von Frau Kurmann und dem Einnachten an diesem schönen Sommerabend bedankten sich alle herzlich für die sehr informative Führung.

Hugo Buser

Géraldine Kurmann, Rangerin Naturschutzdienst Baselland
Biberfell
Biberschwanz
Gebiss, Ober- und Unterkiefer. Sehr deutlich zu sehen die 4 Nagezähne
links Vorderpfote, rechts Hinterpfote mit Schwimmhäuten
Biberweg, grosse Vertiefung
Nagespuren an einem noch nicht fertig gefällten Baum
Vortragstart beim Heidebrüggli