TOPtoTOP: Mit den Schwörers rund um die Welt für die Umwelt

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Stammabend 22. Januar 2014

Begonnen hat alles im Sommer 1999 auf dem Biancograt an der Bernina, als dem Bergführer und Segelinstruktor Dario Schwörer, dessen Urgrossvater übrigens einer der letzten Rheinfischer von Kleinhüningen war, der markante Rückgang des Eises aufgefallen war. Hier entstand die Idee, eine Expedition für die Umwelt und für die Sensibilisierung der Jugend zu organisieren. Heute, 70‘000 sm und vier Kinder später ist das Seglerpaar Dario und Sabine Schwörer noch nicht am Ziel angekommen. Das Projekt TOPtoTOP will Schüler für die Schönheit der Welt und ihre Erhaltung begeistern, mit ihnen 200‘000 Bäume pflanzen und Abfall wegräumen, Wettbewerbe für nachhaltige Ansätze und spontane Hilfseinsätze organisieren, sowie ein weltweites Netzwerk von TOPtoTOP Botschaftern schaffen. Dazu hat die Klima-Expedition rund um die Welt mit Muskel-, Sonnen- und Windkraft 70‘000 sm auf dem Segelschiff Pachanama und 18‘000 km per Bike zurückgelegt, die höchsten Gipfel auf 5 Kontinenten bestiegen, 70‘000 Schüler besucht und 35‘000 kg Plastikabfall eingesammelt. Das Abenteuer mit Kind und Segel begann im Jahre 2000 als Dario einen leeren Schiffsrumpf geschenkt erhielt, den er selber zum seetüchtigen Schiff ausgebaut hat.

Dabei war es ihm wichtig, mit möglichst wenig Elektrizität und Elektronik auszukommen, also ohne Autopilot und ohne hochtechnologische Meteoinfosysteme. Denn das genaue Beobachten des Himmels und des Barometers bringen mehr als das Studium von GRIB-files! Auf dem ersten Schlag über den Atlantik mussten die gebrochenen Wanten mit Bergseilen gesichert werden, um mit reduzierten Segeln Barbados zu erreichen. Schon auf den San Blas Inseln zeigten sich Zeichen des globalen Klimawandels: In den letzten Jahren mussten 60 kleinere Inseln wegen des ansteigenden Meeresspiegels, der zu einer Versalzung des Grundwassers geführt hat, evakuiert werden. Hier begannen Sabine und Dario, in Workshops mit der Bevölkerung, den Gebrauch von einfachen, mit Solarpanels betriebenen Entsalzungsanlagen zu propagieren. Ferner haben sie es sich zur Gewohnheit gemacht, sich nach traditionellen Sitten und Methoden zu erkundigen, z.B. nach Methoden zur Aufbewahrung von Lebensmitteln im tropischen Klima. Dabei zeigte sich, dass einfache Tricks wie das Umwickeln von Orangen und Zitronen mit Alufolie jedem Kühlschrank überlegen sind. Gleichzeitig organisierten sie aus der Schweiz Schulmaterial für die nicht immer perfekt ausgerüsteten Schulen.

Finanziert wurde das Unternehmen zunächst durch längere Pausen, während derer beide in ihren angestammten Berufen, Dario als Bergführer und Sabine als Krankenschwester, arbeiteten. Später gelang es dann, Sponsoren für das Projekt zu begeistern. Victorinox, einer der Hauptsponsoren, war sehr angetan von der Tatsache, dass die Nabelschnur eines der Schwörerkinder nach der Geburt mit einem der legendären Schweizer Armeemesser durchtrennt worden war. Dario zeigte uns anschaulich, wie wichtig und kompliziert eine Routenplanung sein kann, wenn nicht nur die günstigsten Winde und Strömungen, das Vermeiden von Hurrikanen, sondern auch Geburts- und Impftermine der Kinder berücksichtigt werden müssen.

Dario betonte immer wieder, wie man sich mit Einfallsreichtum die Natur zunutze machen kann, um Pannen und Havarien zu beheben oder zu mildern und wie wenig es hilft, gegen die Natur ankämpfen zu wollen. Zur Zeit werden die besten Umweltprojekte aus aller Welt in der Schweiz vorgestellt. Danach geht es nach Alaska, wo die Pachanama auf ihre Crew wartet. Denn im Frühsommer soll der Mt McKinley, der höchste Berg Nordamerikas bestiegen werden. Und im Sommer sollen die beiden Amerikas auf einer 8er Route umrundet werden.

Die über 60 Zuhörer wünschten Dario und Sabine viel Erfolg für ihre zukünftigen Unternehmungen und bedankten sich für den motivierenden und fesselnden Abend.

Captain Lukas Landmann